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Mittwoch, 16. Juli 2008

Reizend | Von unterwegs | Coram Bello

Kennen Sie das?
Sie haben einen sehr wichtigen Gedanken, den Sie mit ihrem Partner teilen wollen, der aber leider (aufgrund verschiedener Umstände, möglicherweise sind Müdigkeit und/oder Alkohol im Spiel) nicht in der Lage ist, ihren Geistesblitz zu goutieren, weshalb er nur in einem seltsamen (Sie interpretieren ihn als sarkastischen) Tonfall sagt: "Blog das doch."
Fühlen Sie sich dann wohl oder wollen Sie prügeln?

Den Gedanken habe ich im Übrigen vergessen, sonst würde ich ihn bloggen.

Andreas Schmidt freut sich auf die Vergewaltigung von Alexandra Neldel | Treibgut

Im Open-Air-Kino gestern: "Fleisch ist mein Gemüse". Ein faszinierend skurriler Film über Heinz Strunk, der Mitte der 1980er zwischen seiner schizophrenen Mutter und einer drittklassigen Tanzkapelle hin- und herpendelt, bis er sich entschließt, seine eigene Musik zu machen.
Andreas Schmidt, vielleicht bekannt aus den Filmen "Sommer vorm Balkon" und "Männer wie wir", gibt die tragende Nebenrolle des egomanen und völlig schmerzfreien Bandleaders Gurki, der nach einer gefühlten Ewigkeit auf der Bühne von Volksfesten und Landhochzeiten zu seiner eigenen Karikatur geworden ist. Zudem war Andreas Schmidt gestern abend auch noch nach der Vorstellung anwesend. Leider konnte ich ihm nicht genau zuhören, weil 30 Minuten vor Ende der Vorstellung das Bein des Plastikstuhls unter mir nachgegeben hat und ich mich infolgedessen auf die Wahrung meiner Balance konzentrieren mußte, um nicht in die Stuhlreihe hinter mir zu fallen.
Erst nach dem Aufstehen konnte ich kurz mal auf Andreas Schmidt achten, der - was bei seinem recht beliebigen Namen nicht verwunderlich ist - so heißt wie ein Mitschüler von mir, und da sagte er eben, als nächstes Projekt folge die Vergewaltigung von Alexandra Neldel. Darauf freue er sich ganz besonders.
Hätte er danach nicht so gelacht, wie er es getan hat, ich hätte es für einen Scherz gehalten.

"Fleisch ist mein Gemüse" ist zwar ein Film zum Fremdschämen, was überwiegend an der Figur von Gurki liegt, es ist aber auch ein sehr trauriger und sehnsüchtiger Film, der oft überraschende Tiefe besitzt. Wer die Möglichkeit hat, ihn noch zu sehen (er ist recht unbeachtet durch die Kinos gegangen), der sollte sich das nicht entgehen lassen.