Die wachsende Entfernung zwischen uns | Morpheon
Sie hielt die Augen auf den Boden gerichtet. Auch als sie ganz nah an ihm vorbeiging, so nah, daß er sie erkennen mußte, starrte sie auf den Boden, auf ihre Füße, auf den rechten, auf den linken, auf den rechten, auf den linken Fuß, jeder Schritt eine himmelhohe Hürde, jede Sekunde der Moment, in dem er sie ansprechen würde. Als er plötzlich lachte, dachte sie, ihr Herz bliebe stehen, und sie müßte hier vor ihm auf den Boden sinken, doch ihre Füße gingen weiter, nur ihr Herz war stehengeblieben.
Und dann war sie vorbei, ihr Herz schlug wieder und schneller, je weiter sie sich von ihm entfernte.
Er hatte sie schon von Weitem gesehen, sie zu übersehen, wäre kaum möglich gewesen. Sie trug ihre knallroten Locken offen, der Wind spielte damit wie ein gelangweiltes Kind, ab und zu strich sie sich eine Strähne aus dem Gesicht. Als sie näherkam und auch als sie an ihm vorbeiging, gab sie vor, ihn nicht zu sehen. Er tat ihr den Gefallen und ignorierte sie. Er sprach weiter mit seinen Freunden über das Spiel am Wochenende, lachte zu laut über einen Scherz von Michael. Er sah sie davongehen, ihre Schritte wurden schneller, je weiter sie sich von ihm entfernte.
Daß sie eine gemeinsame Vergangenheit hatten, sah man sofort. Ich saß im Café, der junge Mann stand mit seinen Freunden ein paar Schritte davor. Seine Haltung verriet plötzliche Aufmerksamkeit, dann verschränkte er die Arme vor der Brust und drehte den Kopf leicht zur Seite. Dann sah ich sie. Sie hatte wildes, rotes Haar und als sie einmal kurz aufblickte, sah sie mich und ich sah sie. Wir starrten uns kurz an, dann sah sie unangenehm berührt zur Seite und sah den jungen Mann. Ihr nächster Schritt kam zögernd, dann sah sie mich noch einmal an, ihr Mund wie im Schock leicht geöffnet, dann sah sie auf den Boden unter ihren Füßen und ging weiter.Als sie zwischen mir und dem jungen Mann vorbeiging, sah ich, daß sie sich in die Unterlippe biß.
Plötzlich lachte der junge Mann laut auf, doch seine Augen blieben ernst. Die Frau zuckte zusammen, ging aber weiter, den Blick weiter auf den Boden gerichtet. Der junge Mann sah ihr nach, aus den Augenwinkeln zuerst, doch dann drehte er sich sogar nach ihr um. Bevor er sich wieder zu seinen Freunden umwandte, sah er mich ihn ansehen. Ich lächelte ihn an, aufmunternd, wie ich hoffte, doch er sah umso trauriger aus, je weiter sie sich von ihm entfernte.
Und dann war sie vorbei, ihr Herz schlug wieder und schneller, je weiter sie sich von ihm entfernte.
Er hatte sie schon von Weitem gesehen, sie zu übersehen, wäre kaum möglich gewesen. Sie trug ihre knallroten Locken offen, der Wind spielte damit wie ein gelangweiltes Kind, ab und zu strich sie sich eine Strähne aus dem Gesicht. Als sie näherkam und auch als sie an ihm vorbeiging, gab sie vor, ihn nicht zu sehen. Er tat ihr den Gefallen und ignorierte sie. Er sprach weiter mit seinen Freunden über das Spiel am Wochenende, lachte zu laut über einen Scherz von Michael. Er sah sie davongehen, ihre Schritte wurden schneller, je weiter sie sich von ihm entfernte.
Daß sie eine gemeinsame Vergangenheit hatten, sah man sofort. Ich saß im Café, der junge Mann stand mit seinen Freunden ein paar Schritte davor. Seine Haltung verriet plötzliche Aufmerksamkeit, dann verschränkte er die Arme vor der Brust und drehte den Kopf leicht zur Seite. Dann sah ich sie. Sie hatte wildes, rotes Haar und als sie einmal kurz aufblickte, sah sie mich und ich sah sie. Wir starrten uns kurz an, dann sah sie unangenehm berührt zur Seite und sah den jungen Mann. Ihr nächster Schritt kam zögernd, dann sah sie mich noch einmal an, ihr Mund wie im Schock leicht geöffnet, dann sah sie auf den Boden unter ihren Füßen und ging weiter.Als sie zwischen mir und dem jungen Mann vorbeiging, sah ich, daß sie sich in die Unterlippe biß.
Plötzlich lachte der junge Mann laut auf, doch seine Augen blieben ernst. Die Frau zuckte zusammen, ging aber weiter, den Blick weiter auf den Boden gerichtet. Der junge Mann sah ihr nach, aus den Augenwinkeln zuerst, doch dann drehte er sich sogar nach ihr um. Bevor er sich wieder zu seinen Freunden umwandte, sah er mich ihn ansehen. Ich lächelte ihn an, aufmunternd, wie ich hoffte, doch er sah umso trauriger aus, je weiter sie sich von ihm entfernte.
