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Freitag, 26. September 2008

Über die Vizepräsidentin | De Re Publica

In "Welcome, Mrs. President" spielte Geena Davis die erste Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika, die durch den überraschenden Tod des eigentlichen Präsidenten die erste Präsidentin der USA wird. Als Mackenzie Allen spielt Geena Davis eine menschliche, fast rebellische und vor allem unabhängige Präsidentin, die immer wieder versucht, sich den Anfeindungen aus dem eigenen und dem gegnerischen Lager zu erwehren, was auch mehr oder weniger gelingt.
In der richtigen Welt wurde vor einiger Zeit die Gouverneurin Sarah Palin als Vizepräsidentin unter John McCain nominiert. Und obwohl das Amt des Vizepräsidenten in der Regel nur der Repräsentation und der Stimmviehwerbung dient, ist nach Einschätzung von Naomi Wolf von der Huffington Post die Wahl von Palin nur ein weiterer Schachzug von Karl Rove und Dick Cheney. In Palin hätten sie die perfekte Marionette gefunden, die nach dem nicht ganz unwahrscheinlichen Todesfall von John McCain das Amt übernehmen würde.
Naomi Wolf malt in ihrem Artikel auf Alternet (via Fefe) ein düsteres Bild von Palins Präsidentschaft. Ein rigoroser freiheitsbeschneidender Polizeistaat solle geschaffen werden, in dem Protest als terroristischer Akt definiert werden könne. Mit den entsprechenden Folgen. Cheney und Rove, die bereits als Architekten der Politik unter George Bush nach dem Elften September eindrucksvoll gezeigt haben, zu welchen Einschnitten bei persönlichen Freiheiten die Amerikaner bereit sind im Angesicht von terroristischen Bedrohungen, würden über die Vizepräsidentin die Geschicke des mächtigsten Landes der Welt lenken.
Sarah Palin wäre anders als Mackenzie Allen keine unabhängige und freidenkende Präsidentin, sie würfe nur den Schatten, aus dem heraus Rove und Cheney Amerika in ein unfreies und undemokratisches Land verwandeln würden.
"Welcome, Mrs. President" wurde nach einer Staffel wieder abgesetzt. Bleibt für die Amerikaner und den Rest der Welt zu hoffen, daß (um im Bilde zu bleiben) die Präsidentschaft McCain-Palin bei dem Plot, den Naomi Wolf befürchtet, noch vor dem Pilotfilm eingestellt wird.

[Edit: In diesem Video stellt Naoimi Wolf ihr Buch "The End of America" vor und zieht Parallelen zu mehreren Gelegenheiten in der Geschichte, wo die Errichtung eines oppressiven Staates erfolgte, unter anderem bezieht sie sich auf die letzten Jahre der Weimarer Republik, als die Demokratie immer weiter ausgehöhlt werden konnte, bis das Dritte Reich alle Demokratie unter sich begrub.
Sie hat in diesen Jahren und in anderen historischen Gelegenheiten 10 Schritte zur Abschaffung der Demokratie entdeckt, die sie in ihrem Buch und diesem Artikel aufdröselt:
1. Invoke a terrifying internal and external enemy.
2. Create a gulag.
3. Develop a thug caste.
4. Set up an internal surveillance system.
5. Harass citizens' groups.
6. Engage in arbitrary detention and release.
7. Target key individuals.
8. Control the press.
9. Dissent equals treason.
10. Suspend the rule of law.


Auf Deutsch zu finden bei Anna Kühne.]

Musikverliebt | Treibgut

Wenn ich schon sonst nichts kann, dann wenigstens Musik hören, die nicht zusammenpaßt.
Derzeit tummeln sich in meinen Gehörgängen die Kings of Leon mit "Sex on Fire", immer noch Coldplays "Viva la Vida", "World on Fire" von Sarah McLachlan, "Let's start a band" von Amy MacDonald, der "Ending Song" von Keren Ann, "Hot Fudge" von Robbie Williams, "Do I disappoint you" von Rufus Wainwright, "Peacekeeper" von Fleetwood Mac, "Mercedes" von Joseph Arthur, "Deiche" von Kettcar, "Innocence" von Kirsty MacColl, "Thank You for the Memories" von Fall Out Boy, "The Pretender" von den Foo Fighters, "Sing a Song" von den Carpenters, "Fast as you can" von Fiona Apple, "Can't change me" von Chris Cornell, "Fast Car" von Tracy Chapman, "Goodbye, Goodnight" von Jars of Clay, "All at Sea" von Jamie Cullum, "Little of your time" von Maroon 5, "Black Black Heart" von David Usher, "On Your Side" von Pete Yorn, "Inner Peace" von Nellie McKay und "This is Love" von Melissa Ferrick. Von The Divine Comedy und Ozark Henry mal ganz zu schweigen.
Angesichts dieses Durcheinanders in meinen Ohren verwundert es vielleicht auch nicht weiter, daß ich irgendwie nicht mehr weiß, was ich eigentlich will.
Vielleicht höre ich einfach mal ein bißchen weiter Musik. Dann wird sich der Rest schon ergeben.


Ja genau.

[Edit: Miles: "King of the Bees"!]