Sonnenfinsterins | De Re Publica
"Wir müssen den Menschen unsere Politik noch besser erklären."
Wolfgang Schäüble im Spiegel-Interview
Die Demokratie erhebt sich aus der Gesellschaft, aus der Mitbestimmung der Massen an der Entwicklung des Staates. Denkt man so leichthin. In der Tat aber gleicht der demokratische Staat eher der elliptischen Umlaufbahn der Erde um die Sonne. In der Regelmäßigkeit von Jahreszeiten nähert und entfernt sich die Elite (im Wortsinn zu verstehen) dem Volk, je näher eine Wahl rückt, umso volksnäher, umso verständiger, umso menschlicher geben sich die Politiker.
Dieses Tidenverhalten ist nicht zwangsläufig Absicht. Vielmehr ergibt es sich aus der Funktion des Politikers, im Auftrag des Volkes die Gesamtentwicklung, das große Bild, die globalen Zusmmenhänge zu sehen. Nur durch den Selbstentzug aus der kleinbürgerlichen Sphäre kann der Politiker die Entwicklung des Staates vorantreiben, will er Politik und nicht Revolution, die per definitionem aus dem Inneren der Gesellschaft stammt.
Insofern ist die Entfremdung des Politikers verständlich und sinnvoll. Unverständlich und dumm ist es allerdings, wenn der Politiker davon ausgeht, das Volk müßte zum Politiker kommen und nicht umgekehrt. Wolfgang Schäuble deutet in seiner oben zitierten Satz aber genau das an. Nicht der Politiker ist in der Verantwortung, eine dem Wähler verständliche Politik zu machen, dem Wähler obliegt es, die Politik der Elite zu verstehen. Die Sonne soll der Erde folgen.
Es ist dies ein Missverständnis vieler Politiker, vielleicht aller Politiker Deutschlands, vielleicht eines der Politiker weltweit. Der Glaube, der Staatsbürger als Stimmvieh sei unfähig, die komplexen Anforderungen der Staatsführung zu verstehen, erzeugt in den Federführenden den Wunsch, zusätzlich zu einer grundsätzlich unverständlichen Politik noch Energie in die Erklärung derselben zu investieren, statt nachvollziehbare Politik zu machen. Dabei ist es genau dieser zusätzlich erzeugte Energieverlust westlich-demokratischer Politik, der zu Politikverdrossenheit und Demokratie-Entfremdung beiträgt, bis das Fundament der Demokratie, die Gesellschaft, irgendwann nicht mehr vorhanden ist. Bis der um sich selbst auf seiner elliptischen Bahn kreisende Planet Politik keine Sonne mehr hat.
Wolfgang Schäüble im Spiegel-Interview
Die Demokratie erhebt sich aus der Gesellschaft, aus der Mitbestimmung der Massen an der Entwicklung des Staates. Denkt man so leichthin. In der Tat aber gleicht der demokratische Staat eher der elliptischen Umlaufbahn der Erde um die Sonne. In der Regelmäßigkeit von Jahreszeiten nähert und entfernt sich die Elite (im Wortsinn zu verstehen) dem Volk, je näher eine Wahl rückt, umso volksnäher, umso verständiger, umso menschlicher geben sich die Politiker.
Dieses Tidenverhalten ist nicht zwangsläufig Absicht. Vielmehr ergibt es sich aus der Funktion des Politikers, im Auftrag des Volkes die Gesamtentwicklung, das große Bild, die globalen Zusmmenhänge zu sehen. Nur durch den Selbstentzug aus der kleinbürgerlichen Sphäre kann der Politiker die Entwicklung des Staates vorantreiben, will er Politik und nicht Revolution, die per definitionem aus dem Inneren der Gesellschaft stammt.
Insofern ist die Entfremdung des Politikers verständlich und sinnvoll. Unverständlich und dumm ist es allerdings, wenn der Politiker davon ausgeht, das Volk müßte zum Politiker kommen und nicht umgekehrt. Wolfgang Schäuble deutet in seiner oben zitierten Satz aber genau das an. Nicht der Politiker ist in der Verantwortung, eine dem Wähler verständliche Politik zu machen, dem Wähler obliegt es, die Politik der Elite zu verstehen. Die Sonne soll der Erde folgen.
Es ist dies ein Missverständnis vieler Politiker, vielleicht aller Politiker Deutschlands, vielleicht eines der Politiker weltweit. Der Glaube, der Staatsbürger als Stimmvieh sei unfähig, die komplexen Anforderungen der Staatsführung zu verstehen, erzeugt in den Federführenden den Wunsch, zusätzlich zu einer grundsätzlich unverständlichen Politik noch Energie in die Erklärung derselben zu investieren, statt nachvollziehbare Politik zu machen. Dabei ist es genau dieser zusätzlich erzeugte Energieverlust westlich-demokratischer Politik, der zu Politikverdrossenheit und Demokratie-Entfremdung beiträgt, bis das Fundament der Demokratie, die Gesellschaft, irgendwann nicht mehr vorhanden ist. Bis der um sich selbst auf seiner elliptischen Bahn kreisende Planet Politik keine Sonne mehr hat.
