Das Ende der Distanz | Coram Bello
In der Ferne zerschlagen Blitze den Himmel in Scherben, der herannahende Sturm treibt Wolken von feinem roten Staub vor sich her, der sich wie getrocknetes Blut auf meinen Körper legt. Ich stehe am Rand der Welt, vor mir das scheinbar endlose Meer, hinter mir ein ganzer Kontinent voller Durst, Hunger, Krankheit und Armut.
Seit ich in dieses Land gekommen bin, habe ich keine Nacht gesehen wie diese, ein Unwetter zieht über die Welt und verheert alles, was es berührt. Die Menschen haben Angst, fliehen in vermeintliche Sicherheit, sie wissen nicht, dass es keine Sicherheit gibt, keinen Hort, der uns davor schützen kann, was kommen wird. Nichts wird bleiben, wie es war.
Seit Wochen bin ich nun schon zurück und noch immer kann ich nichts von dem, was ich gesehen habe, in Worte fassen, die auch nur annähernd wiedergeben können, was ich gesehen, was ich erlebt habe.
In solchen Momenten zeigt sich, wie segensreich Routinen sein können. Sie nehmen der Zukunft den Schrecken, sie nehmen die Angst vor dem, was kommen mag.
Kennt man den Weg, geht man ihn gern, doch nun, da wir nicht wissen, nur ahnen und hoffen, was uns erwartet, spüren wir die Unsicherheit, die man manchmal - in weniger unruhigen Zeiten - Leben nennt.
Ich bin zurück und doch kenne ich den Weg nicht mehr. Alle Wege, die ich zu kennen glaubte, haben sich als trügerisch, als verbrannte Erde, als Illusion entpuppt. Am Ende der Welt habe ich erkannt, dass das, was vorher galt, kein Später zeitigen wird.
Ich kann jetzt den Donner spüren, nach jedem der himmelhohen Blitze fegt er grollend über die Ebene und über mich hinweg. Auch ich werde nicht entkommen können, werde keine Sicherheit spüren, nicht hier am Meer, dessen Wellen jetzt schon nicht mehr nur meine Füße bedecken. Die Flut kommt, treibt mich zurück an Land, dem Sturm entgegen. In das Schreien des Windes mischt sich das Rauschen des Regens, das wogende Meer dagegen ist seltsam still. Dort wo mich die Finger des Regens berühren, blühen rote Blumen auf, blutige Tränen rinnen über meine Haut.
Und dann verschlingt mich der Sturm.
Später dann liege ich ausgelaugt auf dem Strand eines ruhigeren Meeres. Meine Augen sind von Tränen, Salz und Sand verkrustet, meine Haut schmerzt, reißt mit jeder kleinen Bewegung auf, wo mich Blitze versengt, Donner versehrt, der Sandsturm berührt haben.
Ich habe keine Erinnerung an die Momente dazwischen, nur Aufflackern von Schmerz und Licht und das Dunkel danach. Meine Kehle ist rauh, ich habe geschrien, dem Sturm meine Angst mit lächerlich schwachen Worten entgegnet.
In mir ist nichts mehr, nur die Leere eines verbrauchten Geistes. In mir ist nichts mehr außer dem Wunsch, nicht mehr zu sein.
Und so liege ich auf dem Sand, blind und taub und stumm, als sie mich finden.
Seit ich in dieses Land gekommen bin, habe ich keine Nacht gesehen wie diese, ein Unwetter zieht über die Welt und verheert alles, was es berührt. Die Menschen haben Angst, fliehen in vermeintliche Sicherheit, sie wissen nicht, dass es keine Sicherheit gibt, keinen Hort, der uns davor schützen kann, was kommen wird. Nichts wird bleiben, wie es war.
Seit Wochen bin ich nun schon zurück und noch immer kann ich nichts von dem, was ich gesehen habe, in Worte fassen, die auch nur annähernd wiedergeben können, was ich gesehen, was ich erlebt habe.
In solchen Momenten zeigt sich, wie segensreich Routinen sein können. Sie nehmen der Zukunft den Schrecken, sie nehmen die Angst vor dem, was kommen mag.
Kennt man den Weg, geht man ihn gern, doch nun, da wir nicht wissen, nur ahnen und hoffen, was uns erwartet, spüren wir die Unsicherheit, die man manchmal - in weniger unruhigen Zeiten - Leben nennt.
Ich bin zurück und doch kenne ich den Weg nicht mehr. Alle Wege, die ich zu kennen glaubte, haben sich als trügerisch, als verbrannte Erde, als Illusion entpuppt. Am Ende der Welt habe ich erkannt, dass das, was vorher galt, kein Später zeitigen wird.
Ich kann jetzt den Donner spüren, nach jedem der himmelhohen Blitze fegt er grollend über die Ebene und über mich hinweg. Auch ich werde nicht entkommen können, werde keine Sicherheit spüren, nicht hier am Meer, dessen Wellen jetzt schon nicht mehr nur meine Füße bedecken. Die Flut kommt, treibt mich zurück an Land, dem Sturm entgegen. In das Schreien des Windes mischt sich das Rauschen des Regens, das wogende Meer dagegen ist seltsam still. Dort wo mich die Finger des Regens berühren, blühen rote Blumen auf, blutige Tränen rinnen über meine Haut.
Und dann verschlingt mich der Sturm.
Später dann liege ich ausgelaugt auf dem Strand eines ruhigeren Meeres. Meine Augen sind von Tränen, Salz und Sand verkrustet, meine Haut schmerzt, reißt mit jeder kleinen Bewegung auf, wo mich Blitze versengt, Donner versehrt, der Sandsturm berührt haben.
Ich habe keine Erinnerung an die Momente dazwischen, nur Aufflackern von Schmerz und Licht und das Dunkel danach. Meine Kehle ist rauh, ich habe geschrien, dem Sturm meine Angst mit lächerlich schwachen Worten entgegnet.
In mir ist nichts mehr, nur die Leere eines verbrauchten Geistes. In mir ist nichts mehr außer dem Wunsch, nicht mehr zu sein.
Und so liege ich auf dem Sand, blind und taub und stumm, als sie mich finden.
