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Beim Eintritt in die Atmosphäre läßt der Schmerz nach | Coram Bello

Wißter, es ist eigentlich scheiße das alles. Ich bin fast fertig mittem Studium, meine Diplomarbeit hängt mir ohne fertig zu sein dermaßen außem Hals raus, daß ich beim Gehen drüberstolper, meine Dreckskommilitoninnen schreiben in zwei Wochen ihre Prüfungen, an denen ich eigentlich auch teilhaben wollte, und ich sitz hier rum und weiß nicht was tun.
Also später. Wenn ich groß bin. Erwachsen. Fertig. Same state of depression as last year, Miss Sophie.
Und gestern hohlprimelt mir die Autofrau auch noch einen schlechten und unnützen Rat nach dem anderen ans Ohr und sagt am Ende: Du mußt Dich aber schon langsam entscheiden.
ACH?! Wußte ich gar nicht. Ihr scheeler Blick auf den Freund, den sie im Verdacht hat, dieses Mensch-langweile-Dich-nicht-Spiel nicht mehr lange mitzuspielen, ist mir ja nicht entgangen. Als wüßte ich nicht selbst, daß ich irgendwann mal fertig werden müßte. Und dann haut sie mir noch ein "Also eigentlich weiß ich auch nicht, was ich Dir raten soll" rein. Mir war nie bewußt, wie beschissen das eigentlich ist. Ich möchte hiermit vielmals Frau Wahl um Verzeihung bitten, daß ich ihr das vor zwei oder drei Jahren auch mal ans Ohr gelötet habe, es war nicht so gemein gemeint. Eigentlich ist das nur eine selbstbefriedigende Antwort, die den Nicht-Rat-Gebenden zum Heros macht, weil er es ja wenigstens versucht hat, wohingegen derjenige, der Bedarf an Trost und Zuspruch hätte, sich auch noch anhören lassen muß, daß man dem Anderen dadurch, daß der Vollhorst nicht weiß, was er einem raten soll (ungefragt und ungebeten wohlgemerkt), Ungemach bereitet hat. Drauf geschissen.
Was ich denn machen wolle, was ich denn arbeiten wolle, was für Ziele ich habe. Das fragen Leute aus dem Bekanntenkreis, aus der Familie, das frage ich mich jede Nacht, wenn ich stundenlang wachliege und an die Decke stier. Als ob das hülfe. Nix. Ganz und gar nix.
Ich würde gern schreiben, hab ich dann gesagt, das würde mir Spaß machen, hab ich gesagt. Und dann hab ich nix mehr gesagt, denn der Blick der Autofrau hat seinerseits alles gesagt. Vielen Dank auch.


Heute habe ich die ersten Krokusse gesehen, blauen Himmel, hüpfende Spatzen. Irgendwann wird also alles wieder gut.
Nur vielleicht nicht gerade jetzt.
scheibster (Gast) - 15. Feb, 17:29

...

Herr Wolf, immer locker durch die Hose einatmen und die zukunftsinduzierte Zicke wieder einpacken.

Wenn ich das hier so schreiben darf.

Alles wird gut*, und am Marktplatz ist heute abend bestimmt eine Menge Ablenkung zu finden. :-)

_______________________
*(c) Scheibster. Jawoll.

Scheibster (anonym) (Gast) - 15. Feb, 23:51

In der Eile...

...ist doch glatt das "angst" aus "zukunftsangstinduzierte" verschwunden. Grumpf.

...aber was für ein cooles Wortbestätigungswort:

"ploing"

:-)
Herr Wolf - 26. Feb, 17:31

Sie haben ja recht gehabt mit der zukunftsangstinduzierten Zicke. Der Freund hat Ihnen recht gegeben, ich soll Sie grüßen, unbekannterweise.
Und grundsätzlich dürfen Sie bei mir alles schreiben, ich bin da ja nicht so. Und bei berechtigter Kritik habe ich immer Nachsicht : )
*genehmigt sich ein 'Alles wird gut'-(TM)*
wort-wahl (Gast) - 15. Feb, 19:00

sie wissen doch, dass ich ihnen das längst verziehen habe. ich war ja auch unleidlich.

und ich sach ihnen mal was, herr wolf: herr scheibster hat recht, wenn er ihr momentanes ich eine zicke nennt. und #2: die autofrau fand ich schon immer ein bisschen doof. aber das wissen sie ja. und #3: dat wird schon. wenn sie schreiben wollen, dann schreiben sie halt. da sollten sie nicht auf dubiose autofrauen achten, deren größte lebensinhalte ein sportwagen und ein seltsamer mann sind.

und #4: ich püffel sie mal.

Herr Wolf - 26. Feb, 17:33

#1 Ich weiß ja.
#2 Das weiß ich auch. Mittlerweile weiß ich auch nicht mehr so recht, wie ich ihr begegnen soll.
#3 *schreibt wieder*
#4 *püffelt zurück*
Danke schön für den Zuspruch.
Ladenka (anonym) (Gast) - 15. Feb, 22:21

Erfahrung macht klug: wenn Sie schreiben wollen, schreiben Sie!

Motivation: was weg ist, ist weg - also weg mit der Diplomarbeit, heißt: abarbeiten. Weil: danach ist das Leben freier. (Ich hätte wohl früher schon so schlau sein sollen...aber da fehlte die Erfahrung, die bekanntlich klug macht.). Der Rest folgt bzw. passiert einfach, versprochen. Und wenn Sie schreiben wollen, schreiben Sie (auch wenn das jetzt ein ungefragter Rat war, den ich kurz noch ergänze: wie wäre es mit einer Tätigkeit als Redakteur bei einem wissenschaftlichem Magazin oder als Kolumnist nun ja z.B. bei essen&trinken, viva oder jedes weitere Magazin, mit dem Sie sich identifizieren mögen. Wie wäre es mit einem Volontariat generell? Einer Zusatzausbildung zum Drehbuchschreiben an der Hochschule für Film und Fernsehen?). So und zu guter Letzt noch eine letzte Erfahrung, die ich gerne an Sie weitergebe: machen Sie das, was Sie wirklich machen möchten. Damit kommen Sie am schnellsten weiter. Wenn Sie schreiben wollen, schreiben Sie!

Herr Wolf - 26. Feb, 17:38

Vielen Dank für Zuspruch und Anregungen. Vor allem den Rat mit Motivation und dem 'Tu was Du willst'. Manchmal braucht man einfach eher Menschen, die einem zusprechen, als solche, die sich nur reden hören wollen. Da Sie zur ersteren Kategorie gehören, nehme ich den ungefragten Rat auch nicht übel, ganz im Gegenteil. Wie gesagt: Vielen Dank.
Jekylla (Gast) - 16. Feb, 11:26

Ich haette es zwar nicht so

wie der Herr Scheibster ausgedrueckt, aber sinngemaess schliesse ich mich da vollumfaenglich an.
Sie muessen da mal raus. Wo immer Sie sind. Auch wenns nicht fuer lange ist.
Time for changes?

Meine eigenen Ratschlaege in Vorbildfunktion erfuellend, verabschiede ich mich in ein braincleaning Wochenende.

a bientot!

Herr Wolf - 26. Feb, 17:40

Sie haben wirklich recht, Frau Jekylla, ich muß hier mal raus. Ich werde das auch tun. Kurzferien mit mir klingen wie gerufen, zumal ich mich ja jetzt auch wieder mit mir verstehe.
Vielleicht schreibe ich eine Postkarte.
Jekylla (anonym) (Gast) - 26. Feb, 21:29

Das wuerde mich freuen

alles. :-)
Anobella (Gast) - 19. Feb, 18:13

*schüttelt dich

mach jetzt dein zeug fertig!
die anderen sind NICHT schuld!

Herr Wolf - 26. Feb, 17:42

Ich habe nicht anderen die Schuld an meiner Blockade oder meinen Unzulänglichkeiten gegeben. Ich war zornig, weil ich der falschen Person einen Traum gestanden hatte. Andere Menschen wollen Krimis schreiben, tun das auch. Wenn dann einer kommt und sie runtermacht deswegen, darf man doch zornig sein, oder nicht?
*macht trotzdem das Zeug fertig*
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