Du schon wieder | Treibgut
Machen Sie doch ab dem 15. 12. mal wieder den Fernsehsender Ihrer Wahl an und schalten nicht in der Werbepause weg. Die großartige Sozial-Marketing-Kampagne "Du bist Deutschland" geht in die nächste Runde.
Und diesmal gibt es auch wieder eine phänomenale Botschaft:
Deutschland muss kinderfreundlicher werden - das fordern 30 Medienunternehmen mit der Neuauflage der Kampagne "Du bist Deutschland". Die überparteiliche Initiative stellt dafür ein Media-volumen von voraussichtlich mehr als 35 Millionen Euro zur Verfügung. Herzstück der Kampagne ist ein zweiminütiger TV-Spot, der ab dem 15. Dezember eine positive Einstellung gegenüber Kindern vermitteln soll.
(Quelle: Offizielle Homepage zur Kampagne)
Mal blöd gefragt: Könnte man mit 35 Millionen Euro eigentlich eine Kindertagesstätte finanzieren?
edit: Erinnert sich eigentlich noch wer daran, daß der Slogan eine Nazi-Vergangenheit hat?


Wenn ich das Kampagnensymbol sehe, muss ich ja immer lachen
Die Nazivergangenheit ist in dieser INSM-artigen Posse schätzungsweise nur das Tüpfelchen auf dem i (aber wir benutzen ja auch die Autobahnen, oder so, nech).
Lieber 35 Millionen ausgeben, um dem faulen und vor allen Dingen dummen Pack da draußen mal zu zeigen, wie's geht, dem ganzen arbeitsscheuen, kindertretenden Gesindel, als da so 'nem Schmarotzernachwuchs was von vor die Füße zu werfen. Die Eltern versaufen's doch ansonsten eh. Und hinterher weiden sie - noch völlig legal, versteht sich, aber die BuReg wird endlich was dagegen tun - ihre Kinder aus.
Weiß man doch.
Komisch, wenn ich dann länger drüber nachgedacht habe, nach dem ich das Symbol gesehen habe, kann ich immer so gar nicht mehr lachen sondern denke ständig: Moppelkotze.
Moppelkotze
Wurscht.
Die 35 Millionen gleich sinnvoll zu investieren, hätte wenig Sinn ergeben. Da kann man doch gar nciht über Wochen im Gedächtnis der Deutschheit bleiben als ... äh... ich weiß nicht. REpräsentant oder Brand Manager oder sowas.
Und was die Historie angeht: Wer Deutscher ist, ist wohl auch mit der deutschen Geschichte im Hintergrund Deutscher - was uns zumindest befähigt, autoritären Regimen auf die Finger zu klopfen und zu sagen: So nicht, das wird nicht gut enden.
Wenn man sich das immer vergegenwärtigt, wie das ja Tradition war bis zur Jahrtausendwende und dem neuen deutschen Selbstbewußtsein, das die Vergangenheit wieder gnädig ausgeblendet hat, weil die Generationen von heute nichts mehr mit der von vor hundert Jahren zu tun hat, dann kann man ja fast stolz drauf sein, in einem Land zu leben, das eine schwere historische Schuld auf sich geladen hat, die jetzt als moralische Bedeutsamkeit verzinst wird.
Den Maulwurf kenne ich im Übrigen. Und da muß ich eigentlich auch immer dran denken. Schön, daß die Kampagne jetzt wiederkommt und all den Spaß samt Fleischsalat mitbringt.
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