Ein Wolf für alle Felle | PETA und Herr Wolf

Reaktiv | De Re Publica

Sie haben es auch gelesen oder zumindet im Radio gehört? Daß Kernkraftwerke Krebs auslösen? Fühlen Sie sich jetzt unsicher, weil Kernkraft mehr denn je Strahlung, Zerstörung und Tod heißt? Weil es unsere Kinder krank macht? Sie sind schon fast hysterisch?
Dann erzähle ich Ihnen mal was: Vor einigen Jahren gab es eine ähnliche Studie schon einmal. Der Einfluß von Hochspannungsstromleitungen auf die Inzidenz von Leukämie wurde untersucht und eine erschreckende Korrelation festgestellt: Je näher an einer Hochspannungsstromleitung eine Familie lebt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß sie von einem Leukämiefall betroffen ist.

Natürlich sind die Erkrankgungshäufigkeiten an unattraktiven Orten höher. In Slums ist die Gefahr einer Ruhr größer als im Frankfurter Westend. Wohlstand entscheidet über Lebensort und Lebensart. Wer es sich nicht leisten kann, NICHT unter einer Brücke, unter einer Hochspannungsleitung, neben einem Atomkraftwerk zu leben, der hat wahrscheinlich auch kein Geld für gesunde Lebensumstände übrig.

Warum schreibe ich das? Weil Zusammenhänge viel zu oft falsch gedeutet werden, darauf aber nie jemand hinweist. Heute wie damals. Ich will nicht Reaktortechnik schönreden oder die Gefahren, die damit verbunden sind, ignorieren. Es geht aber um den Umgang mit Fakten, der richtig sein sollte und es oft nicht ist.
Denken Sie mal drüber nach.
herr axel (anonym) - 11. Dez, 12:19

laut der aktuellen studie erkranken in deutschland jährlich 0,8 kinder an leukämie von den betreffenden untersuchten, die innerhalb eines 5-km-radius zu einem atomkraftwerk leben. leider wurde nicht gesagt, wieviele kinder daran erkranken, die nicht in diesem umkreis zu einem akw leben. ich kann mir kaum vorstellen, dass die zahl niedriger ist. also doch eigentlich ein "beleg", dass keine gefahr ausgeht, oder habe ich einen denkfehler?

Anna Licht (anonym) - 11. Dez, 16:26

Telepolis schreibt: In einem Umkreis von 3 km seien im Untersuchungszeitraum zwischen 1980 und 2003 37 Kinder an Leukämie erkrankt, statistisch wären nur 17 Erkrankungen zu erwarten gewesen. Wenn man mal die Fallzahl beiseite lässt, ist das schon ein gehöriger Unterschied.
Das von Herrn Wolf angesprochene Problem könnte schon eher eines sein - wobei anständige Statistiker solcherlei Störgrößen erkennen, berücksichtigen und eliminieren sollten, wenn es ans Testen geht.
BfS-Präsident Wolfram König jedenfalls behauptet: „Das Ergebnis der Studie ist belastbar. ... ". Wer mehr wissen will, kann in den Abschlussbericht schauen.
Herr Wolf - 12. Dez, 18:31

Vielen Dank für die Links

Ich werde da mal lesen. Morgen.
Und dann noch was dazu sagen.
Ich nehme, Frau Licht, gerne an, die Statistiker haben die Störgrößen berücksichtigt. Allerdings neigen Journalisten nicht zu Berücksichtigungen. Ich würde mal annehmen, der Reißer sind harmlose Meldungen nicht.

Aber wie gesagt: ich äußere mich morgen noch mal dazu.
Anna Licht (anonym) - 12. Dez, 19:47

Mit den Journalisten haben Sie natürlich Recht, Herr Wolf, und wenn Sie sich noch durch die Studie lesen und berichten, werde ich das interessiert verfolgen (zum selber Lesen habe ich nicht die, äh, Muße derzeit).
Dachboden (anonym) - 12. Dez, 07:12

"Je näher an einer Hochspannungsstromleitung eine Familie lebt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß sie von einem Leukämiefall betroffen ist."

Gammstrahlung oder der Elektrosmog einer 20 KV Leitung, dass beides nicht wirklich gesund ist, liegt auf der Hand.
Dass das mit den gesunden Lebensumständen in diesem Fall sekundär ist, ist Ihnen schon bewusst, oder ?

Herr Wolf - 12. Dez, 18:28

Sekundär?

Ich weiß nicht, warum mich der Ausdruck, etwas liege auf der Hand, immer gleich zu allergischen Reaktionen treibt. Vielleicht ist meine naturwissenschaftliche Ausbildung daran schuld.

Die Autoren der Studie sagen angeblich (ich habe das nur im Radio gehört, zum Lesen der Studie hatte ich noch keine Zeit, das hole ich aber gerne noch nach und präsentiere dann auch meine Erkenntnisse hier), daß die Leukämiefälle nicht zwangsläufig mit Strahlung vom kernkraftwerk zu tun haben müssen.
Ich will es nicht ausschließen. Ich will nur auch auf die Gefahr einer voreiligen und falschen Schlußfolgerung hinweisen.
Ansonsten ist mir der Bericht an sich ja fast egal. Ich persönlich mag Atomreaktoren auch so nicht, da brauche ich keine Beweise für eine potentiell schädliche Wirkung.
Ich will nur Zweifel wecken und zum Selbstdenken anregen.
In diesem Fall ist also nur eines sekundär: die Studie selbst.
War Ihnen das bewußt?
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Als Neolog berichtet Herr Wolf live von der Front, geizt aber auch nicht mit tiefen Einblicken in eigenes und fremdes Seelenleben. Kryptik und mitunter eigenwilliger Sprachumgang haben Herrn Wolf in den letzten sechs Jahren nicht dauerhaft unterkriegen können. Herr Wolf beweist auch 2008 wieder seine Steherqualitäten und zeigt der Welt seine Zähne.
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