Die schwarzen Schuhe | Rebound | Morpheon
[Erster Teil]Letztlich dauerte es deutlich länger als nur einige Stunden. Es wäre mir unmöglich gewesen, einfach so zurückzugehen. In welches Leben hätte ich auch zurückgehen sollen, wo doch alles, was ich zu kennen glaubte, eine Lüge zu sein schien.
Letztlich dauerte es bis zu meiner Rückkehr neun Monate.
Als der Aufzug angehalten hatte, begann der Mann mit der sonoren Stimme zu sprechen: "Sie sind also wirklich gekommen." Noch hatte er sich nicht zu mir herumgedreht, ich betrachtete also seine Schulter und sein Ohr, seine kurzgeschnittenen grauen Haare. Da er nicht weitersprach, sagte ich: "Ich wollte die Antworten auf meine Fragen haben. Sie hätten diese Antworten, wollten sie mir aber nicht am Telefon geben. Darum bin ich hier." Beinahe wäre meine Stimme vor Anspannung gekippt, ich mußte eine Pause machen. "Wenn ich die Antworten habe, gehe ich wieder nach Hause."
"Es ist Ihre Entscheidung, wie Sie nach dem heutigen Tag verfahren. Wir werden Ihnen die Antworten liefern, was Sie damit machen, bleibt Ihnen überlassen." Er hob den Arm, um auf seine Uhr zu sehen.
"In einer Minute wird sich diese Tür öffnen und ich werde aussteigen. Wenn Sie sich dafür entschließen, mir zu folgen, werden Sie Ihre Antworten erhalten. Wenn nicht, wird der Aufzug Sie wieder nach oben zu Ihrem Wagen bringen, und Sie werden nichts mehr von uns hören."
"Woher soll ich wissen, daß Sie die Wahrheit sagen und das nicht nur ein Trick ist, um mich in eine Falle zu locken?"
"Das können Sie nicht. Ich versichere Ihnen, es ist keine Falle. Wir können Ihnen die Beweise dafür allerdings erst geben, wenn wir Sie in Sicherheit gebracht haben. Uns vorher zu offenbaren, hieße ein unnötiges Risiko eingehen."
"Gehe ich damit, daß ich Ihnen glaube, etwa kein Risiko ein? Ich habe ja noch nicht mal richtig Ihr Gesicht gesehen und soll Ihnen vertrauen? Sie müssen zugeben, daß das nicht besonders einfach ist."
"Ich habe niemals behauptet, daß es das wäre." Er sah noch einmal auf die Uhr. "Also, die Minute ist fast vorbei. Wie haben Sie sich entschieden? Werden Sie mir folgen?"
In diesem Moment öffnete sich die Aufzugtür. Dahinter lag nicht etwa, wie ich erwartet hätte, ein weiteres Deck des Parkhauses, sondern ein Gang, dessen Wände so unregelmäßig aussahen, als wären sie aus dem Beton des Gebäudes gemeißelt worden. In unregelmäßigen Abständen hingen schwache Lampen von der Decke, die die Düsternis mehr betonten, als sie zu vertreiben.
Der Mann mit der sonoren Stimme trat aus dem Aufzug in den Gang. "Ich weiß, Sie vertrauen mir nicht. ich weiß auch, daß unsere Sicherheitsvorkehrungen nicht dazu beitragen, notwendig sind sie dennoch." Seine Stimme hallte durch den Gang.
Ich war unschlüssig. All das klang viel zu sehr nach schlechtem Spionagefilm. Und doch - oder gerade deswegen - war ich versucht, dem Mann zu folgen.
Dann drehte er sich zu mir um. Ich hatte einen kurzen Blick auf sein Geicht erhaschen können, als er den Aufzug betreten hatte, doch außer seinen grauen Augen war mir nichts aufgefallen. Doch jetzt sah ich die Falten um die Augen, sah die Narben am Kinn, die mehrfach gebrochene Nase. Darunter allerdings erkannte ich ein Gesicht, das ich kannte wie kein anderes: mein eigenes.
Ich stand mir selbst gegenüber, einem 20 oder 30 Jahre älteren Selbst. "Wer sind Sie?", fragte ich, doch er drehte sich nur um und ging den Gang hinunter. Ich hatte keine Wahl mehr. Ich beeilte mich, ihm zu folgen.
Hinter mir schlossen sich die Türen des Aufzugs.


Wann ...
Wahrscheinlich. ich gehe mit
Aha!
Wenn der Preis dafür
Ich bleibe lieber kaiserschnittnarbenfrei.
Ich halte es da lieber mit Zeus, dem alten Kopfgebärer.
Leider werden es dann keine Geißlein, sondern Götter.
Naja. Beginnen ja auch mit G.