Menschliche Affektivität / Emotionalität | Treibgut
Wir sind menschlich. Wir alle haben Emotionalität. Emotionalität ist das, was den Mensch „menschlich“ macht. Wohlgemerkt nicht das, was ihn vom Tier unterscheidet. Viele Tiere, gerade Säugetiere, zeigen ihre Emotionen viel deutlicher und direkter als die meisten Menschen. Soweit steht das außer Frage. Doch dass sich diese Menschlichkeit in alle Bereiche des Lebens und vor allem auch in scheinbar lebensferne Bereiche wie das Internet erstreckt, ist eine Entwicklung unserer Zeit. Nicht nur, weil das Internet eine Erfindung unserer Zeit ist, sondern auch, weil trotz aller Automatisierung gleichzeitig eine Emotionalisierung der Gesellschaft stattfindet. Wir alle verlieren unsere Scheu, Gefühle zu zeigen, zu zeigen, dass wir berührt werden.Das gilt umso mehr in Weblogs als für andere Erscheinungen des Internets. Denn oft führt dieser Verlust an Zurückhaltung der eigenen Person nur zu Pornographie und Selbstbefriedigung. In Weblogs allerdings, die in der Regel wenig Raum für Pornographie lassen, werden sehr oft Gefühle behandelt, gezeigt und verletzt. Das Weblog als direktes Intellekt-Medium, also als solches, das auf eine Interaktion mit dem Körper nur noch minimal über die Hände angewiesen ist und sich hauptsächlich über Interaktion mit dem Intellekt des Rezipienten auswirkt, ermöglicht eine engere Verzahnung mit den Grundemotionen des Menschen, da die transportierte Information an sich emotionsfrei ist und erst durch den Leser interpretiert wird.
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