Einleitung | Das postmoderne Blog | Treibgut

Dieser Text handelt von Weblogs. Wenn Sie nicht wissen, was ein Weblog ist, dann lesen Sie doch mal die Medienanalyse von Frau Wahl. Kommen Sie dann doch bitte wieder und lesen hier weiter.
Dieser Text versucht eine Frage zu beantworten, die Frau Wahl vor geraumer Zeit gestellt hat: Kann der stetige Anstieg von Weblogs in den letzten Jahren mit den Theorien der Postmoderne erklärt werden? Die Antwort zu geben, das gewachsene Angebot von Weblogs sei mit der steigenden Bekanntheit des Mediums an sich zu erklären oder mit der andauernden Weiterentwicklung von Weblogprogrammen, ist nicht ausreichend. Sie erklärt nicht, warum das Medium Weblog nicht mehr eine Linksammelstelle für Fundstücke aus dem Internet ist, sondern mehr und mehr ein öffentliches Tagebuch. Sie erklärt nicht das Phänomen der Blogosphäre. Möglicherweise können postmoderne Theorien eine passendere Antwort liefern. Dies soll im Folgenden untersucht werden.
Dieser Text erklärt zunächst die Charakteristika der Postmoderne in Bezug auf das Internet und Weblogs, als da wären:
- menschliche Affektivität/Emotionalität
- kritisches Hinterfragen eines universalen Wahrheitsanspruchs
- Verlust traditioneller Bindungen
- Sektoralisierung des gesellschaftlichen Lebens
- radikale Pluralität in Gesellschaft, Kunst und Kultur
- Dekonstruktion, Sampling, Mixing von Codes als Kulturtechniken
- zunehmende Zeichenhaftigkeit der Welt
Anschließend wird ausgehend von diesem Kontext eine Antwort auf die Frage nach dem Einfluß der Postmoderne auf die Entwicklung von Weblogs gegeben.
Dieser Text stellt keinen Anspruch auf Richtigkeit. Es ist der Versuch eines Ernährungswissenschaftlers, die Antwort auf eine soziokulturelle Frage zu geben.
wort-wahl (anonym) - 21. Nov, 10:01

ich bin gespannt, wie sie als diploectroph damit umgehen. es ist ja neben der soziokulturellen auch eine literaturwissenschaftliche frage, ein bisschen zumindest. mittlerweile habe ich auch schon den ansatz der graphomanie vernommen, die erklärungsmodelle liefern könnte. wobei auch die nur ein postmodernes phänomen ist.

beachten sie bitte: die postmoderne ist mittlerweile ein alter hut. was man in der blogosphäre davon noch verspürt, sind höchstwahrscheinlich nut restausläufer. aber immerhin.

ich werde ihnen und ihrer auseinandersetzung mit dem thema freudig folgen und meinen senf absondern. aber das sind sie ja von mir nicht anders gewohnt.

Herr Wolf - 23. Nov, 14:19

D.O.T. sein

ist ja glücklicherweise keine Schande. Wenn auch keine Hilfe. Die Graphomanie ist etwas, das ich mir mit als Haupttriebkraft des Bloggeraufkommens vorstellen könnte. Neben einem gewissen Hype um Weblogs an sich, die dazu führen, daß man dabei sein will.
Das hat mit Postmoderne, soweit ich das sehe, nicht direkt zu tun, sondern nur mit dem Wunsch nach Beachtung, den könnte man aber mit dem Zerfall von tradierten Strukturen und Bindungen vielleicht doch wieder auf die Postmoderne zurückführen.

Ich bin auch gespannt, wie sich das entwickelt. vorerst muß ich nochmal den Text überlesen und nachretouchieren, aber grundsätzlich ist bald Bescherung.
Anna Licht (anonym) - 25. Nov, 13:56

So, jetzt sag' ich endlich auch mal was:
  1. ist's gut, dass Sie das Thema noch mal rausgeholt haben, ich werde es interessiert verfolgen und mitdenken
  2. bin ich als Nicht-Akademikerin leider noch etwas undankbarer ausgestattet als Sie, werde mich aber dennoch bemühen, was substantielles bezutragen, bitte aber um Nachsicht, wenn es zu unwssenschaftlich wird.

Herr Wolf - 27. Nov, 14:30

Es ist ja nicht so

als ob Akademikersein den Menschen das Denken nahe bringt. Im Gegenteil habe ich das Gefühl, daß akademisches Lernen den natürlichen Drang nach Wissen unterdrückt, indem der Geist nur in bereits erkundeten Gebieten zu wandern erlaubt und nur ausgetretene Pfade zu betreten ermächtigt ist.
Insofern ist es eigentlich der gesunde Menschenverstand, der bei Diskussionen hilft und nicht so sehr die reine Konsumtion von Fakten. Was nützt mir ein Lexikon, wenn ich es nicht anwenden kann?

Insofern: bringen Sie sich ein, verfolgen Sie, machen Sie eine Flasche Wein auf.
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Letzte Worte

...na dann mal weiter...
Viel Erfolg beim Lernen auszusprechen, was dich bewegt....
utele - 20. Aug, 16:44
Solche Menschen
als Negativ-Vorbilder zu haben, ist nicht unbedingt...
Herr Wolf - 20. Aug, 12:16
Doch, ich glaube es.
Kann ich ja auch. Und Ihreer Intuition können...
Herr Wolf - 20. Aug, 12:09

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