Eine Übung zum Wachwerden | Von der Front
Am Bahnhof stehe ich vor der Buchhandlung und schaue auf die unsortierte Auslage. Mein Zug fährt erst in 38 Minuten, inklusive Verspätung, die ich großzügig immer einberechne, wenn ich auf den Zug warte. Gelangweilt blättere ich durch die Bücher, die Memoiren alter Kanzler zum halben Preis, geschmacklose Kochbücher fast zu verschenken, Liebesromane für Frauen, Chippendales in Piratenkluft auf dem Cover, für einen Euro.
Die Auslage ödet an, ich kenne sie schon, ich habe schon häufiger gewartet, darum gehe ich heute einmal hinein und stöbere in frischen Büchern, denen die Restposten und Remittenden Platz gemacht haben. 'Yoga für Dich' lacht mich an, ich schlage es auf. Einfache Übungen für jeden Tag, einzubinden in Alltagsroutine, alles sehr schön gemalt. Eine Übung sieht toll aus, ein nackter Mann unter der Dusche, Schaum über der Körpermitte, er sieht elanös aus, kraftvoll, unglaublich frisch. So naturburschig. Muß am Yoga liegen, denke ich mir und lese mir die Übung durch, um sie mir zu merken, auszuführen und genauso kraftvoll zu werden.
Dann muß ich los, der Zug fährt bald, also in einer Viertelstunde ein, ich will mir aber noch ein wenig frische Bahnsteigluft um die Nase wehen lassen, bevor ich nach Frankfurt fahre.
Heute morgen unter der Dusche probiere ich die Übung aus: Die Arme rechtwinklig zur Seite, die Hände auf die Schultern legen, die Daumen auf der Rückenseite, die restlichen Finger nach vorne, die Wirbelsäule aufrichten und die Beine schulterbreit grätschen. Dann den Oberkörper nach rechts und links drehen, während die Dusche auf den Duschenden perlt. Ich stoße mir erst den rechten Ellbogen an den Fliesen, denn den linken an der Duschwand, komme aus dem Gleichgewicht und reiße mit dem rechten Ellbogen den Duschschlauch runter, der Duschkopf perlt nicht mehr mich an, sondern den Badezimmerboden. Fühle mich meiner Duschengröße wegen diskriminiert.
Glücklicherweise war diese Übung aber gar nicht nötig, die Nachbarin war nämlich so freundlich, den Freund und mich schon um 6 Uhr zu wecken, um ihr ein Taxi zu rufen. Ich denke, sie will in die Klinik, also rufe ich ihr das Taxi und frage erst dann nach und erfahre, daß ihr Alkoholvorrat erschöpft ist und sie also dringend neuen braucht. Die Wut macht mich wacher als die Duschübung es je könnte.
Die Auslage ödet an, ich kenne sie schon, ich habe schon häufiger gewartet, darum gehe ich heute einmal hinein und stöbere in frischen Büchern, denen die Restposten und Remittenden Platz gemacht haben. 'Yoga für Dich' lacht mich an, ich schlage es auf. Einfache Übungen für jeden Tag, einzubinden in Alltagsroutine, alles sehr schön gemalt. Eine Übung sieht toll aus, ein nackter Mann unter der Dusche, Schaum über der Körpermitte, er sieht elanös aus, kraftvoll, unglaublich frisch. So naturburschig. Muß am Yoga liegen, denke ich mir und lese mir die Übung durch, um sie mir zu merken, auszuführen und genauso kraftvoll zu werden.
Dann muß ich los, der Zug fährt bald, also in einer Viertelstunde ein, ich will mir aber noch ein wenig frische Bahnsteigluft um die Nase wehen lassen, bevor ich nach Frankfurt fahre.
Heute morgen unter der Dusche probiere ich die Übung aus: Die Arme rechtwinklig zur Seite, die Hände auf die Schultern legen, die Daumen auf der Rückenseite, die restlichen Finger nach vorne, die Wirbelsäule aufrichten und die Beine schulterbreit grätschen. Dann den Oberkörper nach rechts und links drehen, während die Dusche auf den Duschenden perlt. Ich stoße mir erst den rechten Ellbogen an den Fliesen, denn den linken an der Duschwand, komme aus dem Gleichgewicht und reiße mit dem rechten Ellbogen den Duschschlauch runter, der Duschkopf perlt nicht mehr mich an, sondern den Badezimmerboden. Fühle mich meiner Duschengröße wegen diskriminiert.
Glücklicherweise war diese Übung aber gar nicht nötig, die Nachbarin war nämlich so freundlich, den Freund und mich schon um 6 Uhr zu wecken, um ihr ein Taxi zu rufen. Ich denke, sie will in die Klinik, also rufe ich ihr das Taxi und frage erst dann nach und erfahre, daß ihr Alkoholvorrat erschöpft ist und sie also dringend neuen braucht. Die Wut macht mich wacher als die Duschübung es je könnte.

Und wie haben Sie
Bislang
Hoffentlich bleibt sie diesmal dort.
*glaubt selbst nicht dran*