Ein Wolf für alle Felle | PETA und Herr Wolf

Blockbuster | Morpheon

Ich stand auf der Bühne, wir waren zu viert. Alle in schwarzen Kostümen, drei Tänzer und ich, wie ich damals war: schwerfällig, dick, langhaarig. Eine Aufzeichnung mußte das sein von einem Theaterstück aus der Schule. Darum war auch das Bild grau in grau, schwarz-weiß, alle Darsteller bleich wie der Nebel, der langsam die Erinnerung verwischt und jetzt zwischen den Häusern und über dem Johannisberg liegt. Als sei mein Traum in die Wirklichkeit entschlüpft. Wir tanzten ein seltsames Stück, ohne Ton, nur das graue Bild, ich fiel auf die Knie, wurde aufgehoben, weitergeschoben, wechselte die Bühnenseite.
Mein anderes Ich, das bunte, das echte, das beobachtende, das schlafende Ich ging weiter, vergaß die Bühne, fand sich in dem Dorf meiner Schulzeit wieder in einer Menschenmenge, die teils aus den grauen Erinnerungsmenschen und teils aus echten, bunten Menschen bestand, die Beobachter der Erinnerung waren wie das träumende Ich. Neben mir stand eine junge Frau, mir unbekannt und doch vertraut, kurze Haare und ein Grinsen im Gesicht, das andeuten mochte, sie wisse besser als ich, warum wir alle hier seien. Ich bewarf sie mit langen Dingen, Stiften oder Zigaretten, die zerknautscht an ihr hängenblieben, bis sie sie abstreifte. Gemeinsam gingen wir fort, ihr Stoff für ein neues Kleid suchen.
Der Laden, den wir betraten, verschwand in dem Moment, als wir die Tür schlossen. Statt dessen standen wir in einem spärlich beleuchteten Gang, der sich gerade vor und hinter uns erstreckte, ohne ein Ende anzudeuten. Ich ging weiter, die junge Frau sah mir nach und war irgendwann fort.
Das Ende des Ganges war ein Flur, auf dessen linker Seite Türen waren, rechts öffneten sich Fenster dem blauen Himmel mit Aussicht über meine Geburtsstadt, tief unten konnte ich das Haus meiner Großeltern sehen, in dem sie schon so lange nicht mehr wohnten. Ich wandte mich vom Fenster ab, ging in einen der Räume und hindurch auf die angrenzende Terasse, wo bereits meine Mutter saß und ihren Autoschlüssel suchte. Sie sagte, es sei immer das gleiche mit dem Verlies, immer verliere sie ihren Schlüssel da, sie müsse sich schon wieder einen neuen machen lassen. Ich hörte Stimmen, die sich aus Richtung der Straße näherten, bevor ich aber sehen konnte, zu wem die Stimmen gehörten, blendete sich in meinen Traum Werbung ein: groß im Vordergrund ein eiförmiges, gelbes Auto, aus dem Off eine sonore Stimme, die sagte: "Der neue Opel Pofalla. CO2-neutral durch Heißluftantrieb."
Irritiert wachte ich auf.

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Als Neolog berichtet Herr Wolf live von der Front, geizt aber auch nicht mit tiefen Einblicken in eigenes und fremdes Seelenleben. Kryptik und mitunter eigenwilliger Sprachumgang haben Herrn Wolf in den letzten sechs Jahren nicht dauerhaft unterkriegen können. Herr Wolf beweist auch 2008 wieder seine Steherqualitäten und zeigt der Welt seine Zähne.
Kritik, Aufmunterung, Fragen oder auch allgemeine Post bitte an herrwolf web de
Hier die ausführliche Bedienungsanleitung.

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Manchmal,
Herr Wolf, manchmal hilft es einfach, wenn man eine...
pathologe - 23. Jul, 07:24

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