Die Nacht nimmt nicht die Erinnerung an den Tag | Kein Märchen
Keine Zusammenfassung, ein Tod ist ein Tod ist ein Tod. Es gibt anderes, das wichtiger ist, anderes, das keinen Aufschub duldet, wie das Leben keine Aufschübe gibt, es passiert und passiert und wenn man nicht aufpaßt, ist es passiert und vorbei.Und eigentlich ist es doch das selbe. Jeder Abschied ist ein Abschied und reiht sich in die Abschiede, die man schon hinter sich hat, als einer von vielen, die waren und die noch kommen werden. Jeder Tag, den man weint, ist ein vergangener Tag, aber das ist auch jeder Tag, den man lacht, also kommt es nicht darauf an, welche Emotion man hat, so lange man eine hat, solange der Tag nicht einfach nur mit sich selbst vergeht, denn das hieße ihn verlieren.
Und Verluste bekommen uns nicht. Darum wehren wir uns dagegen, gegen Verluste und Abschiede, Trennungen und Tode. Und darum wehren wir uns manchmal auch dagegen, zu sehen, was leicht zu sehen wäre, machte man nur einmal die Augen auf und sähe, was da wäre und nicht, was man zu sehen immer nur hoffte.
Denn Hoffen belügt. Die Hoffnung kann hilfreich sein, um Schmerz zu lindern, aber die Linderung ist Lüge. Sie verschiebt nur, was zu erkennen wäre, in eine Ferne, die nicht fern genug ist. Sie schiebt auf, was keinen Aufschub duldet, türmt hohe Berge auf, die drohend über uns stehen und ihrer Bezwingung warten. In unserer Hoffnung glauben wir nicht an die Berge, wir sehen sie nicht, sie sind nicht da, wie kleine Kinder sind wir da, die wissen, daß das, was sie nicht sehen, nicht existiert.
Der Schnee fällt und nichts außer ihm bewegt sich noch in der Welt. Die Menschen sind aus ihren stehengebliebenen Autos gestiegen und starren ungläubig in den Himmel, der auch im April noch Schnee fallen läßt auf die Wunden und Risse auf und zwischen den Menschen, der wieder gleichmacht, was nicht gleich ist, der Frieden sichtbar macht, wo keiner scheint.
Der Schnee fällt und deckt die Welt zu mit seinem Tuch aus Weiß, das in anderen Ländern die Farbe der Trauer ist.
Und ich stehe am Fenster der Wohnung und blicke hinaus und weiß nicht, in welches Land ich gehöre.


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Hoffnung ist meines Erachtens eine der menschenüberlebensnotwendigen Lebenslügen, ähnlich wie Gerechtigkeit oder Religion. Denn wenn das ganze Universum zu Staub zerfiele, bliebe von Hoffnung, Gerechtigkeit und Religion nichts übrig, und doch existieren diese Ideen und Konzepte alle für die Menschen. Und sie geben ihnen Kraft.
Und diese Kraft wünsche ich sowohl Ihnen als auch Herrn M.!
Hoffnung
Ohne Hoffnung gäbe es nichts.
Ich werde Ihre Wünsche weitergeben an den Freund. Vielen Dank.
Und nein, der Tod kennt keine unpassenden Jahreszeiten wie er auch keinen Anstand kennt oder die Hoffnung.