Sommerkind | Bruchstück | Morpheon
Sie hatte diesen Anhänger, klein und silbern und mit blauen Steinen besetzt, und immer hatte sie behauptet, darin läge ihr Glück und ihr Leben und der Grund für ihre Liebe zu den Sternen. Als ich sie kennenlernte, war sie noch ein kleines Mädchen, sie sah aus, als wäre sie erst acht oder höchstens neun Jahre alt, doch wenn sie sprach, dann sagte sie Worte, die nicht klangen wie die eines Kindes, und wenn sie sang, dann klang ihre Stimme so fremd wie die Worte des Liedes, das ich nicht verstand.Als ich sie das letzte Mal sah, war ich nicht mehr der junge Soldat, der Kriege führen und gewinnen wollte, sondern ein alter Mann, der seine letzte Schlacht gegen den eigenen Körper schlug und dessen Wunden, die das Leben selbst ihm beigebracht hatte, nie wieder heilen würden. Sie dagegen sah immer noch aus wie das kleine Mädchen von acht oder höchstens neun Jahren.
Sie besuchte mich am Tag vor dem Feuer, sie kam mit bloßen Füßen und einem hellblauen Kleid. Sie kam über die Wiese vor meinem Haus gelaufen, singend und gleichzeitig lachend. Ihr hellbraunes Haar wehte hinter ihr im Sommerwind.


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