Ein Wolf für alle Felle | PETA und Herr Wolf

Nasser Hund | Premix | Coram Bello

Schwierig das Gefühl zu beschreiben, man fühle sich nackt, schwierig ist das, wenn man Kleider am Leib hat und davon nicht wenige, denn draußen ist kalt und naß, und eigentlich wäre es schlauer, tatsächlich nackt zu sein, denn dann ränne das Wasser am bloßen Leib herab und wäre fort und durchzöge nicht Faser und Naht und klebte die leidige Kleidung an den ohnehin nassen Körper, der mit jedem weiteren Tropfen nasser und schwerfälliger und unbehaglicher wird.
Ausziehen will man sich, die Kleidung und die Haut und, wo man gerade dabei ist, auch die Meinungen und Gedanken und Träume und Hoffnungen, die einem wie die nasse Kleidung schon immer im Weg waren, die den Rückweg nach irgendwo versperren, wo man sicherlich auch mal war, aber das muß lange her sein, denn die Erinnerung daran, wer und wie man einmal war vor Jahren und Meinungen, bevor man sein Gesicht und seinen Körper an die Maske und das Schema angepaßt hat, von denen das wahre Selbst (man bildet sich ein, man hätte eines) jetzt verhüllt ist, ist verloren, weggewaschen von dem Regen, der immer noch fällt und fällt und fällt und mit seiner Eintönigkeit alles erstickt, was Farbe und Lachen und Freude ist.
Da steht man also im Guß und zieht und zuppelt an seiner Haut und seinen Haaren und kann sich doch nicht trennen von dem Außen, so sehr man auch Furchen in den eigenen Körper zieht und Haare aus ihm heraus, es öffnet sich kein Weg, der Entkommen und Neuanfang hieße, dabei will man doch nur raus aus der alten Haut und frei und wild sein und sich den Träumen, denen man ewig hinterherzujagen schien, endlich stellen und auch den Ängsten, die man wie alte Narben mit sich herumtrug all die Jahre.
Und doch fühle ich mich seltsam nackt und bloß. Ungeschützt vor dem Regen stehe ich auf der Straße und die Leute sehen mich an, als wäre ich nicht ebenso Mensch wie sie. Sie blicken mich an mit fremden und kalten Augen, die ohne Verstehen und Mitgefühl sind. Der Regen fällt auf meine Haare und mein Gesicht und meinen Körper, während ich nur dastehe und in den Himmel starre.
Sie sehen nicht den Kampf in mir, der nicht Stillstand ist und Ruhe, der nicht einziges Geschehenlassen ist, sondern Zähmen des Wolfes, der keine Ruhe geben will und Freiheit und Wildheit will und Blutvergießen will bei Widerstand. Sie sehen es nicht, aber wie sollten sie auch, sie sind nicht nackt und fühlen den Regen nicht auf der Haut.

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Erste Worte

Als Neolog berichtet Herr Wolf live von der Front, geizt aber auch nicht mit tiefen Einblicken in eigenes und fremdes Seelenleben. Kryptik und mitunter eigenwilliger Sprachumgang haben Herrn Wolf in den letzten sechs Jahren nicht dauerhaft unterkriegen können. Herr Wolf beweist auch 2008 wieder seine Steherqualitäten und zeigt der Welt seine Zähne.
Kritik, Aufmunterung, Fragen oder auch allgemeine Post bitte an herrwolf web de
Hier die ausführliche Bedienungsanleitung.

Letzte Worte

Manchmal,
Herr Wolf, manchmal hilft es einfach, wenn man eine...
pathologe - 23. Jul, 07:24

Mahnende Worte

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