Milcheinwurf | De Re Publica
Ehrlich gesagt kann ich mich nicht an die Sendung erinnern, die mit dem Beitrag über die Milchpreise schloß, eine vage Ahnung sagt mir, es sei eine Nachrichtensendung gewesen. Um Butterpreise ging es da zunächst, um dann auf die Milchpreise umzuschwenken, die demnächst wohl wieder bei irgendeinem Tiefstand angekommen sein werden, während alle anderen Lebensmittel teurer werden.Die Verbraucher wurden befragt und auch die Produzenten, und ebenso erwartbar wie unterschiedlich fielen auch die Meinungen zum Milchpreis aus: die Milchbauern bangen um ihre Existenz, wenn der Milchpreis noch weiter fällt und fordern 43 Cent pro Liter statt der von den Großabnehmern wie Supermärkten geforderten 27 Cent pro Liter. Die Verbraucher dagegen sahen sich ganz auf der Seite der Großabnehmer, einer der Befragten gab ganz idiotisch seine Meinung kund, daß doch wenigstens die Milch billiger werden könnte, wenn doch schon alles andere teurer werde.
Was soll man dazu sagen, fragt man sich. Am besten nichts, denn es interessiert niemanden. Wir leben im Land des Überflusses, wo Getreide zu Benzin umgenutzt wird, wo Familien in Verpackungsmüll ersticken, Jugendliche zu dick für den Wehrdienst sind und Lebensmittel zu Schleuderpreisen verramscht werden. Arme, billige Heimat.


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