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Am Fluß | Morpheon

Sie saßen am Fluß.
Der Wind, der nur noch eine Erinnerung an den Sturm der Nacht war, brachte leise Geräusche von Menschen und Stadt über die Wellen und Steine.
Wie weit ist der Weg, fragte sie. Wie weit ist der Fluß geflossen, bis er endlich hier ist? Wie weit, bis er ins Meer fließt?
Ich weiß es nicht, sagte er. Ich weiß es nicht.
Sie saßen am Fluß. Sie saßen auf den großen Steinen am Ufer und schwiegen. Sie hatten nicht mehr viel, worüber sie hätten sprechen können. Und doch wollten sie sprechen. Es war das einzige, was ihnen geblieben war.
Das Wetter ist gut, sagte er. Viel besser als gedacht. Er sah sie an. Er sah zurück auf den Fluß. Nach dem Sturm heute Nacht.
Ja, sagte sie. Sie hatte seinen Blick bemerkt. Sie hatte ihn nicht erwidert. Sie hatte weiter auf das Blatt gesehen, das sie zwischen zwei Fingern drehte. Ja, nach dem Sturm hätte man nicht das nicht gedacht.
Sie saßen am Fluß und sahen den Wellen zu, den Ästen, die an ihnen vorüberzogen. Blätter wie kleine Schiffe auf hoher See wirbelten zwischen den Steinen hindurch.
Glaubst Du, sagten sie gleichzeitig und unterbrachen sich beide. Sie sahen sich an, ein kurzes Lächeln auf ihren Gesichtern, das doch rasch wieder verschwand. Keiner sprach weiter. Sie sahen zurück auf den Fluß.
Die Sonne schickte Lichtsalven durch die Kronen der Bäume, wenn der Wind sich in ihnen verfing. Kleine Wassertropfen sprühten dann wie flüssiges Silber über den Steinen. Hätte man sie fangen können, reich wäre man geworden.
Laß uns gehen, sagte er. Ja, sagte sie. Laß uns gehen.
Sie gingen fort, ließen den Fluß hinter sich.

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