Gedichte
in silber gefaßt sind die straßen heut nacht
straßen voll feuer und gold
gleißen wie stern und demant
hartschuppige drachen überziehen die welt
glühenden auges und feurigen atems
graben sie sich durch die nacht
gestern wehte mir vors auto
der wind das letzte
blatt des herbstes
im flammenzerfurchten
morgenhimmel
ahnung von schnee
sind steine und scherben und worte wie glas.
sind lachen und farben und tränen und spaß.
sind vögel und bäume und blumen und gras.
sind unreiner reim und stolz und sind haß.
gedanken und träume
verschwimmende bäume
im nebel gewobener welt.
tränen und klingen
scherbendes singen
und schmerz nur, der
was verloren war, hält.
am ende verschlingen die wellen
träumer und traum
schäumende wogen und lichter
flammen und federn und flaum.
wortregen wie flut
den wolken entfällt
strömt wie ein fluß
tobt wie ein sturm
berührt in der welt
alles was lebt
wir hielten einander
die hände
bis wir vergaßen
warum
die augen, die die sonne steigen
und am abend sinken sahn,
sehen keine nacht und keine tage mehr
und hände, die einst
sturm- und kraftvoll leben hielten,
sind zeitdurchzogen, blaß und leer
ein ganzes leben
ein ganzes lieben
könnt ich haben
neben dir
die hände im kopf
das herz auf der zunge
die laus an der leber
den schleim in der lunge
ich fühl mich so anders
so voll und verstopft
ganz unflexibel
und seltsam verkopft
es ist wohl der frühling
oder der anfang des jahrs
oder die grippe
ja, die grippe, die wars
schweigen legt sich
zwischen uns
wie nebel in die welt
auf meinen lippen
noch die erinnerung
an deinen abschied