Die sterbende Stadt am Meer | Treibgut
Eine Blüte ihrer Zeit sei sie gewesen, die große Stadt am Meer. Aufgrund ihrer exponierten Lage war sie Anlaufpunkt für internationale Reisende und Handelnde aus aller Herren Länder und auch Absatzort für Waren aus dem Hinterland, die von der Stadt aus ihre Käufer noch im letzten Winkel der bekannten Welt fanden. Sie war der Dreh- und Angelpunkt ihrer Zeit.
Als das große Reich in ihrem Osten zerfiel, klammerte sich die Stadt noch eine ganze Weile an ihre Institutionen, doch bald wurde klar, daß aller Papierkram, alle Behördlichkeit, aller Markt nichts war, wenn alles umher zerscherbte. Was ist ein Angelpunkt noch wert, wenn die Welt aus ihren Angeln fällt?
Die Stadt starb. Zunächst nicht offensichtlich, doch der schleichende Verlust von Wohlstand und Luxus, die immer größer werdende Schere zwischen den armen Arbeitern und der noch letzten Reichtum anhäufenden Schicht aus Geldverleihern und Beamten wurde immer größer. Unruhe erfüllte die Straßen der stolzen Stadt am Meer, tagsüber ging man nicht unbewaffnet, nachts gar nicht mehr aus dem Haus.
Dann kam der Krieg. Aus dem Westen überzog ein Heer das Meer mit Feuer und Blut. Troia, die Stadt, die zweiJahrtausende politisch und wirtschaftlich die Dardanellen und damit die drei angrenzenden Meere dominiert hatte, verlor innerhalb eines Jahrzehnts alles und zerfiel zu Vergessen, Ruinen und Staub.
Aktuelle Lektüre: Troia und Homer: der Weg zur Lösung eines alten Rätsels.
Als das große Reich in ihrem Osten zerfiel, klammerte sich die Stadt noch eine ganze Weile an ihre Institutionen, doch bald wurde klar, daß aller Papierkram, alle Behördlichkeit, aller Markt nichts war, wenn alles umher zerscherbte. Was ist ein Angelpunkt noch wert, wenn die Welt aus ihren Angeln fällt?
Die Stadt starb. Zunächst nicht offensichtlich, doch der schleichende Verlust von Wohlstand und Luxus, die immer größer werdende Schere zwischen den armen Arbeitern und der noch letzten Reichtum anhäufenden Schicht aus Geldverleihern und Beamten wurde immer größer. Unruhe erfüllte die Straßen der stolzen Stadt am Meer, tagsüber ging man nicht unbewaffnet, nachts gar nicht mehr aus dem Haus.
Dann kam der Krieg. Aus dem Westen überzog ein Heer das Meer mit Feuer und Blut. Troia, die Stadt, die zweiJahrtausende politisch und wirtschaftlich die Dardanellen und damit die drei angrenzenden Meere dominiert hatte, verlor innerhalb eines Jahrzehnts alles und zerfiel zu Vergessen, Ruinen und Staub.
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