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Treibgut

Freitag, 10. Oktober 2008

Die sterbende Stadt am Meer | Treibgut

Eine Blüte ihrer Zeit sei sie gewesen, die große Stadt am Meer. Aufgrund ihrer exponierten Lage war sie Anlaufpunkt für internationale Reisende und Handelnde aus aller Herren Länder und auch Absatzort für Waren aus dem Hinterland, die von der Stadt aus ihre Käufer noch im letzten Winkel der bekannten Welt fanden. Sie war der Dreh- und Angelpunkt ihrer Zeit.
Als das große Reich in ihrem Osten zerfiel, klammerte sich die Stadt noch eine ganze Weile an ihre Institutionen, doch bald wurde klar, daß aller Papierkram, alle Behördlichkeit, aller Markt nichts war, wenn alles umher zerscherbte. Was ist ein Angelpunkt noch wert, wenn die Welt aus ihren Angeln fällt?
Die Stadt starb. Zunächst nicht offensichtlich, doch der schleichende Verlust von Wohlstand und Luxus, die immer größer werdende Schere zwischen den armen Arbeitern und der noch letzten Reichtum anhäufenden Schicht aus Geldverleihern und Beamten wurde immer größer. Unruhe erfüllte die Straßen der stolzen Stadt am Meer, tagsüber ging man nicht unbewaffnet, nachts gar nicht mehr aus dem Haus.
Dann kam der Krieg. Aus dem Westen überzog ein Heer das Meer mit Feuer und Blut. Troia, die Stadt, die zweiJahrtausende politisch und wirtschaftlich die Dardanellen und damit die drei angrenzenden Meere dominiert hatte, verlor innerhalb eines Jahrzehnts alles und zerfiel zu Vergessen, Ruinen und Staub.

Aktuelle Lektüre: Troia und Homer: der Weg zur Lösung eines alten Rätsels.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Linda will sich die Brüste machen lassen | Treibgut

Burn after reading ist ein absurd komischer Coen-Film, auch wenn man zunächst (also in der ersten Viertelstunde) gar nicht daran denken mag, am Ende aber wünscht man sich noch viel mehr der tragischkomischen Verwicklungen und überraschenden Wendungen. Anschauen!

[Edit: Wenn Sie sich im Übrigen fragen, warum meine Filmempfehlungen, wenn ich überhaupt welche machen, dann doch immer so seltsam sind, dann kann ich Ihnen beruhigt sagen: am Film liegts nicht, sondern nur an meiner Unlust, einen Film teaserartig so nachzuerzählen, daß ich nicht rumspoilere. Ich wollte nur mitteilen und empfehlen. Auf mein Geschmacksurteil können Sie sich dann einfach so verlassen.]

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Absturz | Treibgut

Jetzt, wo alles runterfällt - Bayern München, CSU, Weltwirtschaft, Temperaturen - ist ja auch eigentlich nur folgerichtig, daß jetzt das Wrack von Steve Fossets Flugzeug gefunden wurde.

Dienstag, 30. September 2008

A propos Vizepräsidentin | Treibgut

Jeder, der noch nicht den Hinweis auf Ehrensenf gesehen haben sollte, sollte in Anlehnung an den Beitrag über Sarah Palin auch dieses Video sehen.

Freitag, 26. September 2008

Musikverliebt | Treibgut

Wenn ich schon sonst nichts kann, dann wenigstens Musik hören, die nicht zusammenpaßt.
Derzeit tummeln sich in meinen Gehörgängen die Kings of Leon mit "Sex on Fire", immer noch Coldplays "Viva la Vida", "World on Fire" von Sarah McLachlan, "Let's start a band" von Amy MacDonald, der "Ending Song" von Keren Ann, "Hot Fudge" von Robbie Williams, "Do I disappoint you" von Rufus Wainwright, "Peacekeeper" von Fleetwood Mac, "Mercedes" von Joseph Arthur, "Deiche" von Kettcar, "Innocence" von Kirsty MacColl, "Thank You for the Memories" von Fall Out Boy, "The Pretender" von den Foo Fighters, "Sing a Song" von den Carpenters, "Fast as you can" von Fiona Apple, "Can't change me" von Chris Cornell, "Fast Car" von Tracy Chapman, "Goodbye, Goodnight" von Jars of Clay, "All at Sea" von Jamie Cullum, "Little of your time" von Maroon 5, "Black Black Heart" von David Usher, "On Your Side" von Pete Yorn, "Inner Peace" von Nellie McKay und "This is Love" von Melissa Ferrick. Von The Divine Comedy und Ozark Henry mal ganz zu schweigen.
Angesichts dieses Durcheinanders in meinen Ohren verwundert es vielleicht auch nicht weiter, daß ich irgendwie nicht mehr weiß, was ich eigentlich will.
Vielleicht höre ich einfach mal ein bißchen weiter Musik. Dann wird sich der Rest schon ergeben.


Ja genau.

[Edit: Miles: "King of the Bees"!]

Mittwoch, 24. September 2008

Mitbringsel | Treibgut

Als ich in Paris war (Monate her), habe ich etwas gesehen, das mir seither niemals so ganz aus dem Kopf geht:

rosading

Ich frage mich immer noch, was sich Designer manchmal beim Designen denken.

Mittwoch, 27. August 2008

Schrägstrichleben | Nachtrag | Treibgut

Zum Thema verpaßte Chancen ein Comic.

Freitag, 8. August 2008

Ausfallend | Treibgut

Es ist ja nicht so,daß mich die twoday-Ausfälle, deren letzter Tag heute angeblich sein soll, nicht stören würden. Darüber allerdings vergesse ich nicht, was man mir beigebracht hat: daß es keinen einzigen Grund gibt jemals wirklich ausfallend zu werden. Intelligente Beleidigung ist oftmals entzückender und gleichzeitig verletzender als plumpes Verbalgesaue. Offensichtlich beherzigt nicht jeder Betroffene diesen simplen Rat, wie man hier lesen kann. Was letztlich nur dazu führt, daß er sich selbst entwertet.

Klar: der Ausfall ist nicht schön.
Zugegeben: die Informationspolitik könnte besser aussehen.
Aber: der Schaden ist ja eher gering für die Nutzer. Denn wer ein professionelles Weblog hat, mit dem er auch Geld verdienen will, der hat auch gefälligst seinen eigenen Webspace und die eigene Technik zu nutzen. Oder aber sollte er sich hüten, das Maul zu weit aufzureißen, wenn die Technik, auf die er sich da blind verläßt, nicht ganz das leistet, was er sich erhofft.
Frei nach der Devise: besser machen oder schweigen.

Mittwoch, 16. Juli 2008

Andreas Schmidt freut sich auf die Vergewaltigung von Alexandra Neldel | Treibgut

Im Open-Air-Kino gestern: "Fleisch ist mein Gemüse". Ein faszinierend skurriler Film über Heinz Strunk, der Mitte der 1980er zwischen seiner schizophrenen Mutter und einer drittklassigen Tanzkapelle hin- und herpendelt, bis er sich entschließt, seine eigene Musik zu machen.
Andreas Schmidt, vielleicht bekannt aus den Filmen "Sommer vorm Balkon" und "Männer wie wir", gibt die tragende Nebenrolle des egomanen und völlig schmerzfreien Bandleaders Gurki, der nach einer gefühlten Ewigkeit auf der Bühne von Volksfesten und Landhochzeiten zu seiner eigenen Karikatur geworden ist. Zudem war Andreas Schmidt gestern abend auch noch nach der Vorstellung anwesend. Leider konnte ich ihm nicht genau zuhören, weil 30 Minuten vor Ende der Vorstellung das Bein des Plastikstuhls unter mir nachgegeben hat und ich mich infolgedessen auf die Wahrung meiner Balance konzentrieren mußte, um nicht in die Stuhlreihe hinter mir zu fallen.
Erst nach dem Aufstehen konnte ich kurz mal auf Andreas Schmidt achten, der - was bei seinem recht beliebigen Namen nicht verwunderlich ist - so heißt wie ein Mitschüler von mir, und da sagte er eben, als nächstes Projekt folge die Vergewaltigung von Alexandra Neldel. Darauf freue er sich ganz besonders.
Hätte er danach nicht so gelacht, wie er es getan hat, ich hätte es für einen Scherz gehalten.

"Fleisch ist mein Gemüse" ist zwar ein Film zum Fremdschämen, was überwiegend an der Figur von Gurki liegt, es ist aber auch ein sehr trauriger und sehnsüchtiger Film, der oft überraschende Tiefe besitzt. Wer die Möglichkeit hat, ihn noch zu sehen (er ist recht unbeachtet durch die Kinos gegangen), der sollte sich das nicht entgehen lassen.

Dienstag, 15. Juli 2008

Trivia | Treibgut

Durchschnittlicher Preis in Euro pro Liter Superbenzin im Juli 2008: 1,548
Vorraussichtlich pro Fahrzeug in allen Rennen zurückgelegte Strecke beim Grand Prix der Formel Eins 2008 in Kilometern: 5484,276

Gestern Open-Air-Kino Butzbach: Pilgern auf Französisch. Amüsanter Film über drei Geschwister, die testamentarisch auf den Jakobsweg gewzungen werden, mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen (und einigen Regiefehlern, die man aber getrost ignorieren kann). Deutliche Funès-Elemente, bissige Dialoge und überwiegend sympathische Charaktere.
Direkt Wanderlust bekommen.

"Wanderlust" heißt übrigens auch das neue Album von Gavin Rosdale (ehemals Bush-Front- und jetzt Gwen-Stefani-Ehemann) sowie ein Lied von Björk ihres im Jahr 2008 erschienenen Albums Volta.

Computer mit Soundkarte machen mehr Spaß als solche ohne.

Das Oberhaupt des georgischen Königshauses der Bagratiden heißt Nugsar Bagration-Grusinski und arbeitet infolge eines eklatanten Monarchiemangels in der direkten Demokratie Georgiens als Theaterintendant.

Die dicke Nachbarin, die nachts immer rumschreit, heißt Eva. Gestern hat sie ihren Leidensgefährten angeschrien, er habe das Türschloß zu ihrem Zimmer derart manipuliert, daß sie sie nun nicht mehr öffnen könne.

Eine Dauerkarte für die 163 Tage währende Landesgartenschau 2010 in Bad Nauheim kostet 80 Euro im Vorverkauf. Das unnötige Abholzen von gesunden über hundert Jahre alten Bäumen zur Schaffung von Sichtachsen ist unbezahlbar.

Seit 1990 hat die Gesamtwaldfläche in Europa (ohne Rußland) um die Fläche Griechenlands zugenommen. Bei den Bränden in Griechenland 2007 wurde 296.000 Hektar Wald vernichtet, also geringfügig mehr als die Summe der Flächen von Monaco und Vatikanstadt.

 

Herr Wolf | neolog
Das Duett für Launen, das Stehaufwölfchen unter den Bloggern. Seit 2002 das Original mit der Fahne.

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Letzte Worte

Pläne ergeben sich...
Pläne ergeben sich meistens aus einer Situation...
konner - 17. Nov, 06:58
Mein Chef
hat mir ein Seminar zu Work-Life-Balance angeraten....
Herr Wolf - 21. Okt, 00:11
Die Sterne sind
kalt dieser Tage, aber so schön. Sorge vor meiner...
Herr Wolf - 21. Okt, 00:08

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